StiftungNOAH : Ressourcen für außergewöhnliche Kinder

Magensonden : Frage & Antwort

Was ist eine Dünndarmsonde?

Vor zehn Monaten sind meine Zwillingstöchter vier Wochen zu früh auf die Welt gekommen. Die Ältere wächst und gedeiht ganz gut, aber ich mache mir zunehmend Sorgen um die Kleinere. Sie verträgt ihre Nahrung nicht sehr gut und nimmt nur sehr langsam an Gewicht zu. Die Ärzte überlegen nun, eine Dünndarmsonde zu legen. Wo finde ich Informationen zu Dünndarmsonden? Können Sie mir weiterhelfen?

Frage gestellt von
S.Schössler

Antwort

Mittwoch, 5. Mai 2004, 15:29 Uhr

Ernährungssonden kommen zum Einsatz, wenn ein Kind aus irgendeinem Grund nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen kann, wie z.B. bei schweren Verletzungen, Missbildungen der Speiseröhre, bestimmten Erkrankungen des Darms oder bei neurologisch bedingten Schluckstörungen. Durch das Legen der Sonde kann ein derart betroffenes Kind die benötigte Menge an Nahrung zu sich nehmen, ohne jedoch selbst schlucken zu müssen.

Ernährungssonden unterscheiden sich einerseits durch die Anlagetechnik und andererseits durch die Sondenlage, also den Ort im Körper des Kindes, an dem das innere Ende der Sonde zu liegen kommt. Es gibt zwei unterschiedliche Anlagetechniken, transnasal und perkutan. Eine transnasale Anlage bedeutet, dass die Sonde durch die Nase, den Rachenraum und die Speiseröhre bis zur gewünschten Lage im Verdauungstrakt des Kindes vorgeschoben wird. Bei einer perkutanen Anlage hingegen wird im Rahmen eines kleineren Eingriffs mit Hilfe eines Endoskops eine künstliche Öffnung in der Bauchdecke des Kindes geschaffen, durch die dann die Sonde gelegt wird.

Abb.1: Dünndarmsonde — Eine Ernährungssonde für die Anlage in duodenaler oder jejunaler Sondenlage

Abb.1: Dünndarmsonde — Eine Ernährungssonde für die Anlage in duodenaler oder jejunaler Sondenlage

Darüber hinaus gibt es drei verschieden Sondenlagen: die gastrale Lage, bei der das innere Ende der Sonde im Magen des Kindes liegt, die duodenale Lage, bei der die Sonde im oberen Dünndarm (Duodenum oder Zwölffingerdarm) sitzt, sowie die jejunale Lage, bei der die Sonde in den tieferen Dünndarm (Jejunum) gelegt wird. Demnach ist eine Dünndarmsonde [ Abb. 1 ] eine Ernährungssonde in duodenaler oder jejunaler Lage.

Die duodenale Lage wird oft gewählt, wenn bei einem Kind die Magenentleerung gestört ist, z.B. durch Stenosen (Verengungen) am Magenausgang, aus neurologischen Gründen, oder wenn eine erhöhte Aspirationsgefahr besteht (z.B. bei einer Bewusstlosigkeit). Falls die Stenosen an anderen Stellen liegen oder Teile des oberen Darmtraktes durch eine vorliegenden Erkrankung geschädigt sind oder gänzlich fehlen, kann die Sonde stattdessen in jejunaler Lage gelegt werden.

Dünndarmsonden können entweder durch eine bestehende perkutane gastrale Sonde (PEG) hindurch bis in denn Dünndarm vorgeschoben werden, oder als eigenständige perkutane endoskopisch kontrollierte Jejustomie (PEJ) angelegt werden.

Weitergehende Informationen über Ernährungssonden im Allgemeinen und Dünndarmsonden finden Sie in den unten aufgeführten Links & Quellen.

Links & Quellen

Stiftung NOAH : Reportage Sondenarten | Philipps-Univerität Marburg Klinikum : Sondenernährung | Nestlé : Entscheidungshilfen zur Sondenernährung | Fresenius : Rund um die Ernährungssonde | Abbott : Indikationen zur enteralen Ernährung | Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg : Künstliche Ernährung

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