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Magensonden : Frage & Antwort

Wie oft sollte eine Magensonde gewechselt werden?

Wie oft sollte eine Magensonde bei schwer mehrfachbehinderten Menschen, die auf eine Dauerernährung durch eine PEG -Sonde angewiesen sind, gewechselt werden oder woran kann man erkennen, das die Sonde gewechselt werden sollte (Verfärbungen, Veränderung der Konsitenz, Brüchigkeit ect.)?

Frage gestellt von
Angela Schumacher

Antwort

Dienstag, 2. August 2005 11:35 Uhr

Transnasale Sonden in gastraler Lage, die normalerweise bei kürzeren enteralen Ernährungstherapien von vier bis sechs Wochen, sowie in Situationen, in denen die Dauer der Therapie noch nicht absehbar ist, eingesetzt werden, müssen – abhängig vom Typ – alle zwei bis acht Wochen gewechselt werden. Sie können von qualifiziertem Fachpersonal ambulant und relativ unproblematisch gelegt werden, theoretisch also auch außerhalb der Klinik. Um einen Wechsel eigenständig durchführen zu können, muss der Betreuer allerdings speziell geschult werden. Das Auswechseln einer nasoduodenalen oder nasojejunalen Sonde hingegen sollte ausschließlich in der Klinik durchgeführt werden, da nach dem Legen dieser Sondentypen der korrekte Sitz der Sonde durch ein Röntgenbild kontrolliert werden muss.

Perkutane Sonden (PEG-Sonden) sind für den Langzeitgebrauch gedacht, sodass sie nicht so häufig gewechselt werden müssen wie transnasale Sonden. Manche perkutane Sondentypen halten etwa ein Jahr lang, während andere bis zu drei Jahren liegen können. Leider ist es jedoch immer möglich, dass der Kunststoff, aus dem die Sonden gefertigt werden, durch den ständigen Kontakt mit Magensäuren geschwächt wird, wodurch sich die innere Halteplatte vom Schlauch lösen kann, was wiederum ein Ersetzen der Sonde unter erneuter Narkose nötig machen kann.

Als oberster Grundsatz gilt: Sobald eine Sonde einen Defekt aufweist oder nicht mehr zuverlässig funktioniert, muss sie wahrscheinlich auch gewechselt werden. Im Zweifelsfall befolgen sie die Pflegeanleitungen des Herstellers und ziehen Sie Ihren behandelnden Arzt zu Rate.

Weiterführende Informationen über den Wechsel von Ernährungssonden finden Sie in den unten aufgeführten Links & Quellen.

Links & Quellen

Novartis : Künstliche Ernährung | Deutsches Herzzentrum Berlin : Wechsel einer Sonde | Netdoktor : Perkutane endoskopische Gastrostomie | Urban & Fischer Klinikleitfaden : Magensonde | Wikipedia : Perkutane endoskopische Gastrostomie

Kommentare

Sonntag, 25. September 2005, 18:24 Uhr

hallo,

meine tochter soll eine PEG bekommen. sie hat allerdings noch einen vp shunt rechts, der in den bauchraum führt. nun meine frage, wie wird diese operation nun furchgeführt? endoskopisch oder chirurgisch???

ich hoffe sie können mir helfen.

mit freundlichen grüssen

diana fries

Montag, 17. April 2006, 21:57 Uhr

Sehr geehrte Frau Fries, auch bei vorhandenem VP Shunt kann eine PEG endoskopisch gelegt werden, es muss dabei natürlich darauf geachtet werden, dass der Bauchschlauch dabei nicht "verletzt" wird.

Ich würde, für den Fall, dass schon für den weiteren Verlauf der Wechsel in einen Button geplant werden sollte, grundsätzlich bei Kindern mit VP Shunt ein etwas längeres Zeitintervall dazwischen abwarten, damit die Verklebung zwischen Magenaußenwand und Bauchfell "sicher" ist, dieses dauert möglicherweise bei Kindern mit freier Flüssigkeit (Liquor) in der Bauchhöhle etwas länger als bei Kindern die keinen Liquor in der Bauchhöhle haben.

Samstag, 08. Juli 2006, 22:33 Uhr

Hallo,

unser Sohn Jannik hat seit 2 Wochen eine PEG-Sonde, da er gar nicht isst durch seinen Herzfehler und mit der nasalen Sonde viel gehustet, gewürgt und gespuckt hat.

Im Krankenhaus klappte mit der PEG alles super. Langsame Umstellung der Nahrung von Beba2 auf Nutrini mit Nutrini MF vermischt. 6 x 120 ml alle 4 Stunden (auch nachts) mit einer Geschwindigkeit von 3 ml/min.

Seit dem wir zu Hause sind verfällt er wieder in alte Gewohnheiten wie husten und erbrechen.

Warum?

Es ist alles so wie auch im Krankenhaus.

Sondieren wir zuviel? Zu schnell? Falsche Nahrung?

Jannik hat keine Unverträglichkeiten. Dies wurde mittels Blutanalyse festgestellt.

Wie können wir Jannik nur helfen, dass er nicht mehr erbrechen muss.

Man hat uns gesagt, dass mit einer PEG alles besser wird. Sind wir zu ungeduldig mit ihm?

Ist es schlimm, dass er auch nachts im Schlaf sondiert wird?

Wir würden uns über eine baldige Antwort freuen.

Sonntag, 25. Februar 2007, 22:35 Uhr

Hallo,

unsere Tochter Leah ist 3 Jahre alt und hat seit 7 Monaten eine PEG. Sie hat eine Essstörung und es war die einzige Möglichkeit sie am Leben zu halten da sie nur noch 8 Kilo gewogen hat. Aber leider ist sie sehr eingeschränkt in ihren spielerischen Aktivitäten und mag sich auch nicht ausziehen. Beim Baden gibt es immer viel Theater und auch beim Drehen und Säubern des Stomas weint sie sehr viel.

Wir haben daher überlegt, ihr einen Button einsetzen zu lassen das sie sehr oft mit ihrem Schlauch beim Toben hängen bleibt.

Halten Sie dieses für sinnvoll? Geschieht so etwas unter Vollnarkose? Sie hat schon viel durchmachen müssen und viele Krankenhäuser besucht und ich habe Angst, ihr zuviel zuzumuten.

Wie denken Sie darüber?

Ihre Familie Bullert

Sonntag, 19. August 2007, 18:29 Uhr

Während meines Praktikums in Schulen mit schwer mehrfach behinderten SchülerInnen habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Umgang mit perkutanen Sonden weitgehend unkompliziert ist. Nun möchte ich mich für einen Verwandten, der an ALS erkrankt ist, darüber informieren, ob die Ernährung über die Magensonde kombiniert werden könnte mit der bei ihm zur Zeit noch möglichen oralen Nahrungsaufnahme.

Ich denke, dass mein Schwager den Schritt zur Magensonde scheut, weil er zum Einen "das Loch im Bauch" fürchtet. Zum Andern stellt dieser Eingriff für ihn aber auch eine Entscheidung dar, die ihn in eine unabänderliche Lebenslage mit mehr Abhängigkeiten bringt.

Es würde mich freuen, auf meine obige Frage eine fachgerechte Antwort zu bekommen und vielleicht auch Rückmeldungen von Betroffenen, die bereits Erfahrungen dahingehend machen konnten. Mir geht es hierbei um eine ehrliche Darstellung von Vor- aber auch Nachteilen explizit bei dieser Krankheit, um der Entscheidungsfindung einfach auch die Schwere zu nehmen und stattdessen mehr die Erleichterungen im Alltag und dadurch eine Verbesserung der Lebensqualität erkennen zu können .

Renate

Montag, 03. Dezember 2007, 15:00 Uhr

Mein Gatte wurde operiert und hat künstl. Nahrung durch eine Nasensonde erhalten. Er greift immer darnach. Ich habe Angst, dass er sie herausreisst, kann das passieren? Schafft er es, er ist sehr geschwächt.

Montag, 03. Dezember 2007, 16:01 Uhr

Mein Enkelsohn hat ihre Antwort leider gelöscht, können sie mir bitte nochmals meine Frage beantworten?

Danke

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