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Tracheotomie : Ratgeber : Verschiedenes

Dieses Kapitel behandelt drei sehr zentrale und alltägliche Themen im Leben eines tracheotomierten Kindes: Sprechen, Essen und Baden. Diese vormals meist unbewussten und mehr oder weniger automatisierten Vorgänge können durch eine Tracheostomie kompliziert oder, je nach dem jeweiligen Zustand des Kindes, sogar gänzlich verhindert werden.

Sprechen mit einer Tracheostomie

Abb.1: Eine Tracheotomie kann das Leben in vielerlei Hinsicht verändern

Abb.1: Eine Tracheotomie kann das Leben in vielerlei Hinsicht verändern

Die Stimmbildung ist das Resultat einer komplexen Interaktion verschiedener Körperteile und -funktionen. Grundsätzlich werden bei der Ausatmung die Stimmbänder im Kehlkopf Ihres Kindes durch die Atemluft zum Schwingen gebracht und der daraus entstehende Klang im Vokaltrakt verstärkt und hörbar gemacht. Die Trachealkanüle in der Luftröhre Ihres Kindes erschwert diesen Vorgang, da ein beträchtlicher Teil der Ausatemluft nun durch die Kanüle austritt und daher niemals die Stimmbänder und die oberen Atemwege erreicht.

Wenn aus therapeutischen Gründen, wie z.B. bei beatmeten oder zu Aspiration neigenden Kindern, eine blockbare Kanüle verwendet werden muss, sind die oberen Atemwege komplett vom Luftstrom abgeschnitten, wodurch die Stimmbildung in diesen Fällen effektiv unmöglich gemacht wird. Bei vielen Kindern jedoch kann es gelingen, durch die Verwendung von speziellen sprachunterstützenden Hilfsmitteln und Techniken eine zufriedenstellende Stimmbildung zu erreichen.

Kleinere Trachealkanülen

Es gibt letztlich nur zwei Wege, wie bei einem tracheotomierten Kind genug Luft zur Stimmbildung in die Stimmritzen gelangen kann: um die Kanüle herum, oder durch sie hindurch. Die erste Option zur Wiedererlangung des Sprechvermögens ist demnach die Verwendung einer kleineren Trachealkanüle, deren Durchmesser gering genug ist, um bei der Ausamtung eine größere Menge Luft an der Kanüle vorbei in die oberen Atemwege fließen zu lassen. Dadurch steht Ihrem Kind mehr Atemluft zur Verfügung, um die Stimmbänder zum Schwingen zu bringen.

Leider ist die Verwendung von kleineren Kanülen nicht bei allen Kindern möglich. Zunächst einmal ist der Durchmesser der Luftröhre von Säuglingen und Kleinkindern von sich aus bereits sehr eng, sodass eine ausreichende Atmung oft nur durch eine Kanüle in normaler Größe gewährleistet werden kann. Auch bei größeren Kindern kann der Freiraum in der Luftröhre durch externe Faktoren, wie z.B. Granulationsgewebe oder Sekretansammlungen, verringert und der Luftstrom somit beeinträchtigt oder unterbunden werden. In diesen Fällen sollten Sie Ihren Arzt konsultieren um festzustellen, ob das Granulationsgewebe entfernt oder die Sekretmenge verringert werden kann.

Gefensterte Trachealkanülen

Abb.2: Eine gefensterte Kanüle mit Öffnungen in der Krümmung der Kanüle

Abb.2: Eine gefensterte Kanüle mit Öffnungen in der Krümmung der Kanüle

Die zweite Möglichkeit besteht in der Verwendung von gefensterten Kanülen [ Abb. 2 ], bei denen sich eine Reihe kleiner Öffnungen, oder Fensterungen, in der Krümmung der Kanüle befinden, durch die Atemluft beim Ausatmen in die oberen Atemwege und Stimmritzen gelangen kann. Auf diese Weise kann eine Stimmbildung auch bei Kindern, deren Kanüle die Luftröhre vollständig ausfüllt, möglich werden.

Auch für gefensterte Kanülen gilt jedoch, dass ihr Einsatz bei Säuglingen und Kleinkindern eher selten ist, da aufgrund des extrem geringen Luftröhrendurchmessers nur schwer gewährleistet werden kann, dass die Öffnungen nicht an der Luftröhreninnenwand anliegen und so den Luftstrom zu den Stimmritzen ganz oder teilweise unterbinden. Darüber hinaus kann sich bei Kindern aller Altersstufen Granulationsgewebe in den Fensterungen verfangen und diese verstopfen. In extremen Fällen kann Granulationsgewebe sogar durch die Öffnungen in die Kanüle hineinragen und diese komplett blockieren, was zu Atemnot führen kann. Die Verwendung gefensterter Kanülen ist folglich nur im Kontext regelmäßiger Beobachtung und Kontrolle durch den behandelnden HNO-Arzt ratsam.

Wenn eine dieser beiden Optionen für Ihr Kind nutzbar gemacht werden kann, ist es sogar möglich, dass Ihr Kind den erzielten Effekt noch zusätzlich vergrößert, indem es bei der Ausatmung die Öffnung der Trachealkanüle mit einem Finger oder mit seinem Kinn vollständig verschließt, um die gesamte Ausatemluft in die Stimmritzen fließen zu lassen. Diese Technik setzt allerdings voraus, dass Ihr Kind alt und verständig genug ist, um die eigene Atmung bewusst zu kontrollieren.

Sprechventile

Das Schließen der Kanülenöffnung bei der Ausatmung kann auch durch die Verwendung eines Sprechventils [ Abb. 3 ] automatisiert werden. Dieses Ventil, das mit einem 15-mm Standardkonnektor auf die Öffnung der Trachealkanüle aufgesteckt wird, öffnet sich bei der Einatmung, schließt sich jedoch bei der Ausatmung von alleine und leitet so die gesamte Ausatemluft in die oberen Atemwege um. Sprechventile sind klein, leicht und in vielerlei Formen und Modellen erhältlich, darunter auch solche mit einem eingebauten Anschluss für die Verabreichung von Sauerstoff.

Abb.3: Sprechventil, das auf einen 15mm Standardkonnektor gesteckt werden kann

Abb.3: Sprechventil, das auf einen 15mm Standardkonnektor gesteckt werden kann

Bedenken Sie beim Einsatz von Sprechventilen unbedingt, dass der Luftweg oberhalb der Trachealkanüle durch Granulationsgewebe oder Sekret blockiert werden kann, wodurch die Ausatmung erschwert und Ihr Kind in ernsthafte Gefahr geraten würde, wenn es aus irgendeinem Grund nicht in der Lage sein sollte, das Ventil im Notfall sofort zu entfernen. Bei Kindern, die sehr viel Sekret in Luftröhre und Trachealkanüle haben, sei es chronisch oder nur zeitweilig, kann das Ventil durch das Sekret verklebt und blockiert werden, sodass der Einsatz eines Sprechventils unter diesen Umständen gefährlich sein kann.

Jedes dieser Hilfsmittel zur Stimmbildungsunterstützung bedeutet für Ihr Kind eine Veränderung der Atemtechnik, da bei der Ausatmung ein Hindernis, die Trachealkanüle in der Luftröhre, überwunden werden muss. Es ist möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass Ihr Kind diese Veränderung zunächst als unangenehm und störend empfinden wird. Sie sollten daher beim Einsatz dieser Mittel Ihrem Kind eine angemessene Eingewöhnungsphase einräumen und es zunächst täglich mit sehr kurzen Zeitspannen versuchen, die nur dann schrittweise verlängert werden, wenn Ihr Kind gut damit zurechtkommt. Es ist auch denkbar, dass Ihr Kind den Einsatz eines dieser Hilfsmittel überhaupt nicht toleriert. Auf jeden Fall kann die Verwendung sprachunterstützender Hilfsmittel nur in engster Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt erfolgreich gestaltet werden.

Essen mit einer Tracheostomie

Grundsätzlich besteht wenig Anlass zur Sorge, dass der Ess- oder Trinkvorgang Ihres Kindes durch das Vorhandensein einer Trachealkanüle beeinträchtigt würde, da die für die Nahrungsaufnahme wichtigen Regionen in Mundraum, Rachen, Kehlkopf und Speiseröhre nicht direkt betroffen sind. Es gibt jedoch zwei Faktoren, die sich beide aus der geographischen Lage des Tracheostomas im Hals des Kindes ergeben, die das Essen oder Trinken für Ihr Kind komplizieren und in extremen Fällen sogar unmöglich machen könnten.

Schutz des Tracheostomas

Zunächst einmal ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass ein Tracheostoma letztlich eine ungeschützte Öffnung in der Luftröhre Ihres Kindes ist, die sich noch dazu in direkter Linie unterhalb des Mundes befindet. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass Sie bei der Nahrungsaufnahme spezielle Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass Nahrung in die Trachealkanüle geraten kann. Bei kleineren Kindern, die aus Neugier oder Spieltrieb versuchen könnten, Nahrung in die Kanüle zu stecken, ist diese Gefahr naturgemäß am größten. Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sollten daher während des Essens unbedingt ein Baumwolllätzchen zum Schutz der Kanülenöffnung tragen, keinesfalls jedoch ein Plastiklätzchen, da diese die Atmung behindern könnten. Bei Kindern aller Altersstufen empfiehlt es sich, die Kanülenöffnung durch eine künstliche Nase zusätzlich zu schützen.

Ihr Kind sollte vor jeder Mahlzeit vorsorglich abgesaugt werden, um das Risiko, während der Mahlzeit absaugen zu müssen und so unter Umständen Erbrechen hervorzurufen, so gering wie möglich zu halten. Falls Ihr Kind während der Nahrungsaufnahme doch erbrechen muss, versuchen Sie, den Kopf des Kindes von der Tracheostomie wegzudrehen, damit Nahrung nicht in die Kanüle geraten kann. Wenn dies doch eintreten sollte, saugen Sie die Kanüle unverzüglich ab. Achten Sie darauf, dass Säuglinge oft und gründlich aufstoßen und verringern Sie die Gefahr von Erbrechen oder Aspiration, indem sie sie nach der Mahlzeit auf die rechte Seite legen.

Schluckstörungen

Der zweite Risikofaktor bei der Nahrungsaufnahme ist die direkte Nachbarschaft von Trachealkanüle und Kehlkopf im Hals des Kindes, einer extrem empfindlichen Region des Körpers, in der eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen auf engstem Raum beieinander liegen. Schon bei einem Kind ohne Trachealkanüle ist das Schlucken ein Vorgang von enormer Komplexität, bei dem Luft- und Speiseröhre abwechselnd so geöffnet und verschlossen werden, dass Nahrung den vorbestimmten Weg nehmen kann, während gleichzeitig die Sauerstoffversorgung nicht länger als nötig ausgesetzt wird.

Bei einem tracheotomierten Kind kann die Mechanik dieses meist unbewussten Vorgangs gestört werden, indem die Kanüle, die ja ein starrer Fremdkörper im Hals des Kindes ist, die Bewegungsfreiheit des Kehlkopfes einschränkt und so den koordinierten Schließvorgang von Kehldeckel und Stimmbändern beeinträchtigt. Als Resultat können bei einigen tracheotomierten Kindern Schluck- oder Essstörungen auftreten, die die Nahrungsaufnahme zumindest erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen, und zu Aspiration führen können. Eine Aspiration ist sehr gefährlich, da dabei Nahrung während des Schluckvorgangs in die Luftröhre eindringt und chronische Lungenprobleme, Lungenentzündungen oder sogar Ersticken hervorrufen kann.

Erkennbare Symptome von Schluck- oder Essstörungen sind Husten, Verschlucken, Würgen oder Erbrechen während der Nahrungsaufnahme. Auch eine übersensible Reaktion auf Nahrung im Mund, eine komplette Verweigerung der Nahrungsaufnahme oder stark erhöhter Speichelfluss aus dem Mund weisen auf eine vorliegende Schluckstörung hin. Eine Aspiration verrät sich meist dadurch, dass sich beim Absaugen Essensreste im Trachealsekret finden, das Kind bei der Atmung auffällige Lungengeräusche aufzeigt oder häufig unter Atemwegsinfekten leidet.

Künstliche Ernährung

Abb.4: Künstliche Ernährung mit einer Magensonde und Flüssignahrung

Abb.4: Künstliche Ernährung mit einer Magensonde und Flüssignahrung

Bedenken Sie, dass ein tracheotomiertes Kind oft eine beträchtliche medizinische Vorgeschichte hat und mitunter zahllose Krankenhausaufenthalte und Untersuchungen an Mund und Hals erdulden musste. Einige Kinder sind durch diese Erfahrungen so traumatisiert, dass Sie eine regelrechte orale Aversion entwickelt haben, die sich in Schluckstörungen oder Nahrungsverweigerung äußern kann. Eltern, deren tracheotomiertes Kind Schwierigkeiten beim Essen entwickelt, sollten diese daher unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprechen, um die Ursachen der Störung zu analysieren und gegebenenfalls therapeutische Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Wenn Ihr Kind gar nicht mehr essen kann oder zu chronischer Aspiration neigt, kann es ratsam sein, eine künstliche Ernährung für Ihr Kind in Erwägung zu ziehen [ Abb. 4 ], um die Nahrungsversorgung zu sichern und die Lungen nicht nachhaltig zu schädigen. Dabei wird flüssige Nahrung durch einen kleinen Schlauch direkt in den Magen geleitet, ohne dass Ihr Kind schlucken muss. Dieser Schlauch kann entweder durch die Nase oder, bei Kindern, die über einen längeren Zeitraum künstlich ernährt werden müssen, direkt durch die Bauchdecke gelegt werden.

Baden mit einer Tracheostomie

Das Baden jedes Kindes, mit oder ohne Tracheostomie, bringt immer ein gewisses Gefahrenmoment mit sich, da die Gegenwart von Wasser stets auch das Risiko des Ertrinkens beinhaltet. Wenn sie jedoch ein Kind mit einer Tracheostomie baden, so vergrößert sich dieses Risiko dramatisch, denn Ihr Kind hat eine Öffnung in der Luftröhre und die Lungen Ihres Kindes sind vollständig ungeschützt. Sollte Wasser durch die Trachealkanüle in die Atemwege geraten, kann das Kind sehr leicht ertrinken, daher muss der gesamte Badevorgang mit allergrößter Vorsicht durchgeführt werden.

Abb.5: Auch tracheotomierte Kinder baden meist gerne

Abb.5: Auch tracheotomierte Kinder baden meist gerne

Als allerersten Grundsatz sollten Sie verinnerlichen, dass Sie Ihr Kind niemals in der Badewanne allein lassen dürfen. Das gilt auch für sehr kurze Zeitspannen, da Wasser auch in Bruchteilen von Sekunden in die Luftröhre Ihres Kindes eindringen könnte. Sollte also z.B. das Telefon klingeln, während Sie Ihr Kind baden, ignorieren Sie das Telefon und kümmern Sie sich erst wieder darum, wenn Ihr Kind sicher aus dem Wasser ist. Des Weiteren sollten Sie die Badewanne vorsorglich nur mit einer geringen Menge Wasser füllen und einen Waschlappen oder den Brausekopf verwenden, um Ihr Kind vorsichtig zu waschen, wobei Sie darauf achten müssen, dass das zusätzliche Wasser aus dem Brausekopf die Badewanne nicht zu sehr auffüllt.

Eine weitere Gefahr ergibt sich aus der Notwendigkeit, ein Absauggerät mit ins Badezimmer zu bringen, um Ihr Kind während des Badens gegebenenfalls absaugen zu können. Ein elektrisches Absauggerät darf keinesfalls mit Wasser in Kontakt kommen, da es ansonsten beschädigt oder zerstört werden könnte und, was weit schwerer wiegt, weil es einen Stromschlag auslösen könnte, der das Leben Ihres Kindes ernsthaft gefährden würde. Das Gerät muss daher unbedingt auf einer stabilen und erhöhten Oberfläche wie z.B. einem Stuhl platziert und durch ein Handtuch vor Spritzern geschützt werden. Sie dürfen das Absauggerät niemals auf dem Rand der Badewanne abstellen, da es von dort sehr einfach ins Wasser fallen könnte. Sofern Sie eine manuelle Absaugpumpe besitzen, sollten Sie diese statt eines elektrischen Geräts beim Baden verwenden.

Um zu verhindern, dass Wasser in die Kanüle eindringen kann, sollte Ihr Kind beim Baden als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme immer eine künstliche Nase tragen [ Abb. 7 ]. Bedenken Sie jedoch, dass der Filtermechanismus einer künstlichen Nase nicht zum Abhalten von Wasser konzipiert ist, sodass sie nur einen geringen Schutz gegen Spritzwasser und gar keinen Schutz gegen Untertauchen bietet. Sollte die künstliche Nase nass werden, muss sie entsorgt und durch eine neue ersetzt werden. Ein weiteres nützliches Badehilfsmittel ist ein Duschschutz aus Gummi, der sich wie ein Lätzchen um den Hals anlegen lässt und das Tracheostoma schützt, indem er verhindert, dass Wasser von oben eindringen kann. Wenn sie einen Säugling oder ein kleineres Kind baden, oder wenn Ihr Kind aus einem anderen Grund nicht von alleine frei sitzen kann, können Sie eine spezielle Badeliege [ Abb. 6 ] verwenden, auf der Ihr Kind mit Klettbändern sicher festgeschnallt wird, sodass Ihre Hände während des Badens für andere Aufgaben frei werden.

Das Baden - Abb.6: Badeliege - Abb.7: Eine künstliche Nase schützt die Kanülenöffnung vor Wasserspritzern - Abb.8: Zur Haarwäsche wird der Kopf nach hinten gelegt - Abb.9: Abtrocknen
Abb.6 Abb.7 Abb.8 Abb.9
Das Baden - Abb.6: Badeliege - Abb.7: Eine künstliche Nase schützt die Kanülenöffnung vor Wasserspritzern - Abb.8: Zur Haarwäsche wird der Kopf nach hinten gelegt - Abb.9: Abtrocknen
Abb.6: Badeliege Abb.7: Eine künstliche Nase schützt die Kanülenöffnung vor Wasserspritzern Abb.8: Zur Haarwäsche wird der Kopf nach hinten gelegt Abb.9: Abtrocknen

Wenn Sie Hals, Kopf oder Haare Ihres Kindes waschen, achten sie sorgfältig darauf, dass das Wasser aus dem Waschlappen oder aus dem Brausekopf vom Stomabereich wegfließt. Zur Haarwäsche ist es ratsam, den Kopf des Kindes nach hinten zu legen, sodass das Wasser und Shampoo nach hinten abfließen können. Gleichzeitig sorgen Sie mit Ihrer Hand auf der Stirn des Kindes dafür [ Abb. 8 ], dass Wasser nicht versehentlich über das Gesicht des Kindes abläuft und so in die Nähe des Stomabereiches gerät. Halten sie jederzeit ein zusätzliches Handtuch bereit, um Gesicht und Hals Ihres Kindes zu trocknen.

Sollten Wasserspritzer versehentlich in die Trachealkanüle geraten, bleiben Sie ruhig und stellen Sie fest, ob Ihr Kind das Wasser eigenständig aus den Luftwegen heraushusten kann. Falls dies nicht der Fall sein sollte, saugen Sie Ihr Kind gründlich ab. Große Gefahr droht bei einem vollständigen Untertauchen des Kindes, da die Luftwege völlig ungeschützt sind und ein Eindringen von Wasser in die Lungen nicht verhindert werden kann. In diesem Fall leiten Sie unverzüglich angemessene Reanimations- und Notfallmaßnahmen ein, wie im Kapitel Komplikationen dieses Pflegeratgebers ausführlich beschrieben.